Montag, 9. November 2020
"No More Presidents" - Der Nachtrag zur US-Wahl
Über den Youtuber Renegade Cut habe ich gemischte Gefühle, auch wenn ich die meisten seiner Videos interessant argumentiert und gut recherchiert finde. Sein neuster Essay "No More Presidents", der vor einigen Wochen als Upload kurz nach der US-Wahl angekündigt wurde, liefert schon im Voraus den Nachtrag zu selbiger. Sehr empfehlenswert.

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Dokumentation: "U$A - Die Dollar-Demokratie"
Haben sich alle erholt? In der Arte-Mediathek kann man noch bis Anfang Dezember die erfolgreiche Lobby-Doku "USA - Die Dollar-Demokratie" ansehen (ich glaube auch auf YouTube). Tatsächlich habe ich diesen Film selbst noch nicht gesehen, aber weil er ja wirklich überall empfohlen wird, will ich ihn einfach auch mal hier festhalten, ohne Gewähr natürlich. Das hier ist also mein Reminder an mich, den die Tage mal nachzuholen.

Edit: À propos Finanz-Filme; "The Big Short" ist wirklich bei jedem Mal noch ein bisschen besser, als man ihn in Erinnerung hatte...

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Montag, 2. November 2020
Trump vs Biden 1/? - Es wird so kommen, wie es kommen musste
Hat Michael Moore nicht damals, also im Wahlkampf 2016, prophezeit, dass Trump nicht nur für eine, sondern gleich zwei Amtszeiten gewählt werden wird? Habe ich zumindest in Erinnerung. Wetten werden angenommen, dass wieder das Unwahrscheinliche eintritt. Wobei so ganz sicher sich diesmal ja niemand wirklich sein will. Trotzdem - nur um des Festhaltens auf diesem Blog willen - muss ich ganz klar sagen: Natürlich wird Trump wiedergewählt. (via Fefe: "Die, die 2016 als einzige Trump vorne sahen, sehen ihn wieder vorne.")

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Donnerstag, 29. Oktober 2020
The Streamingdienst took my Varusschlacht away
Netflix hat vor einigen Tagen den Sechsteiler "Barbaren" veröffentlicht, der die Ereignisse um die sogenannte Varusschlacht dramatisiert. Bezeichnend ist mal wieder die forcierte Internationalisierung (um nicht Amerikanisierung zu sagen) der als Gründungsmythos urdeutsch verklärten Auseinandersetzung. Ich glaube, das ist erst die zweite deutsche bzw. deutschsprachige Netflix-Eigenproduktion, die ich bewusst wahrgenommen, soll heißen: tatsächlich angesehen habe. Die andere war "How to sell Drugs online (fast)", eine Comedy-Serie, die sich mit der warum auch immer im Serienbereich besonders beliebten Drogenhandel-Thematik befasst. In einer Szene, die mir bis heute nicht aus dem Kopf gehen will, fährt der jugendliche Protagonist mit dem Fahrrad zu seinem Elternhaus, vor dem er lässig abspringt und im Vorbeigehen sein Rad achtlos im Rasen liegen lässt. Die ausgestellte Beiläufigkeit und die den Raum ausfüllende Choreografie ist so dermaßen künstlich, weil sie rein gar nichts mit der Lebensrealität deutscher Jugendlicher zu tun hat, in der die Häuser kleiner sind, die Vorgärten in der Regel nicht aus riesigen Rasenflächen bestehen und in der man sein Fahrrad gefälligst in die Garage stellt oder wenigstens abschließt. Streamingdienste schaffen gleichförmige internationale Bildsprachen, Plot- und Figurenentwicklungen, die in jedem Land nach denselben Algorithmus-Regeln kopiert werden.

"Barbaren" sieht aus, wie eine historische Action-Serie im Jahr 2020 eben aussieht oder besser auszusehen hat. Man stelle sich einmal rechtsnationale Identitäre vor, die hier den Hermann, den ersten Deutschen, bei der Einigung germanischer Stämme gegen den imperialistischen Einfluss der Römer begleiten möchten und - ohne es vielleicht zu merken - dabei der amerikanischsten Serie, die je in deutscher Sprache gedreht wurde, beim Scheitern zusehen.

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